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Forging Wartime Biopolitics: Militarized Refugees’ Bodies and Environments in WWI Eastern Europe
Kooperation zwischen Kerstin von Lingen (Wien) – Oksana Nagornaia (HU Berlin) – Kamil Ruszała (Krakau)
FWF Projekt PIN5060524: WEAVE
Forging Wartime Biopolitics: Militarized Refugees’ Bodies and Environments in WWI Eastern Europe / Biopolitik zu Kriegszeiten: Militarisierte Körper, Flucht und Umweltzerstörung im östlichen Europa des Ersten Weltkrieges
Das im Rahmen des europäischen WEAVE-Programms geförderte trilaterale Projekt (Kooperation Wien, Berlin und Krakau) beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Militäraktionen auf die Umwelt und die Lebenswelten der Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs, mit einem besonderen Fokus auf kriegsbedingte Vertreibung im östlichen Europa. Die Forschung konzentriert sich auf die habsburgischen Regionen Galizien und Bukowina, Kongresspolen und die rumänische Walachei als ausgewählte Landschaften. Verstanden werden darunter natürliche, anthropogene und ethnisch definierte Landschaften aus der Sicht der Militärmächte Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland. Im Zentrum der Untersuchung steht das Bild individueller und politischer Körper inmitten zusammenbrechender Imperien, der Einfluss der Biopolitik, der Militärmedizin und ihrer kolonialen Praktiken, sowie geschlechtsspezifische Erfahrungen von Krieg und Flucht innerhalb der grenzübergreifenden (imperialen) Migrationsregime, wobei die Umwelt als aktiver Teil der Kriegführung verstanden wird, indem die Lebensumstände der Flüchtenden dadurch deutlich verschlechtert wurden.
Das Projekt verbindet erstmals die Geschichte der Massenvertreibung mit der Medizin- und Umweltgeschichte, thematisiert kriegsbedingte Zerstörung von Lebensraum und dessen langfristige Folgen, und berücksichtigt grenzübergreifende Akteure und Einflüsse. Es eröffnet neue Felder für das Verständnis von Migrationskrisen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, indem es die institutionellen Reaktionen und menschliche Resilienz im historischen Kontext sowie daraus abgeleitet für nachfolgende Kriege problematisiert. Das Innovationspotenzial liegt in der Gewinnung umfassender Erkenntnisse der „Konfliktlandschaften“ Osteuropas und ihrer kriegsbedingten Zerstörung im ersten Weltkrieg durch Massendaten-Analyse und GIS-Kartierung. Auf diese Weise wird ein neuartiges, multidimensionales Verständnis der komplexen Geschichte der umweltbezogenen Ereignisse an der Ostfront während des Ersten Weltkriegs sichtbar. Die Untersuchung der Umweltgeschichte der Ostfront aus der Perspektive von Kriegsflüchtlingen unter Berücksichtigung von Geschlecht, Körper und Visualisierung bietet der Forschung zum Ersten Weltkrieg etwas wirklich Neues.
Projektlaufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028
The trilateral project between research groups at Vienna, Berlin and Krakow, funded as part of the European WEAVE programme, examines the impact of military actions on the environment and the living conditions of the population during the First World War, with a particular focus on war-related displacement in Eastern Europe. The research concentrates on Austrian Galicia, Congress Poland, and the Romanian regions of Wallachia and Bukovina as selected landscapes. These are understood to be natural, anthropogenic, and ethnically framed landscapes from the perspective of the military powers of Germany, Austria, and Russia. The study focuses on the image of individual and political bodies in the wake of collapsing empires, the influence of biopolitics, military medicine and its colonial practices, as well as gender-specific experiences of war and displacement within the refugee migration regime, whereby the environment is understood as an active part of warfare, aggravating the situation for refugees
For the first time, the project links the history of mass displacement with medical and environmental history, addresses war-related destruction of habitats and its long-term consequences, and takes into account cross-border actors and influences. It opens up new fields for understanding migration crises both in the past and in the present by examining institutional responses and human resilience in a historical context and, by extension, for subsequent wars. The innovative potential lies in gaining comprehensive insights into the ‘conflict landscapes’ of Eastern Europe and their war-related destruction in the First World War through mass data analysis and GIS mapping. In this way, a novel, multidimensional understanding of the complex history of environment-related events on the Eastern Front during the First World War becomes visible. Examining the environmental history of the Eastern Front through the eyes of war refugees with attention paid to gender, the body, and visualization offers truly new scholarship on the First World War.
Project Duration: 01.01.2026 – 31.12.2028

(from left to right) Kamil Ruszała, Liana Popa, Kerstin von Lingen, Oksana Nagornaia, Magdalena Hyllus.























